Intex- & Bestway-Pools überwintern: Abbauen oder draußen lassen?

Intex- & Bestway-Pools überwintern: Abbauen oder draußen lassen?

Sobald die Saison vorbei ist, steht die Entscheidung an: Pool abbauen oder draußen überwintern?

Abbauen und Einlagern: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Sichere Herstellergarantie: Deine Gewährleistungsansprüche bleiben im Schadensfall unangetastet.
  • Leichte Reinigung & Kontrolle: Da der Pool zerlegt wird, kommst du problemlos an alle Komponenten, um diese gründlich zu säubern und auf Risse zu prüfen.
  • Kein Frostrisiko: Werden die Teile trocken und frostfrei gelagert, sind witterungsbedingte Schäden nahezu ausgeschlossen.

Nachteile

  • Materialbelastung: Jedes Auf- und Abbauen strapaziert das Material (z.B. Gestänge und Folie).
  • Zeitintensiv: Je nach Größe und Modell ist der Aufwand nicht zu unterschätzen.
  • Wasserverlust: Das komplette Ablassen des Poolwassers belastet den Geldbeutel und ist nicht ideal für die Umwelt.
  • Schimmelgefahr: Bei Restfeuchtigkeit während der Lagerung kann sich Schimmel an der Poolfolie bilden.

Intex- & Bestway-Pools im Freien überwintern: Vor-und Nachteile

Vorteile

  • Hohe Zeitersparnis: Je nach Poolgröße sparst du dir stundenlange Arbeit beim Ab- und Aufbauen.
  • Schont das Material: Die mechanische Belastung für Folie und Gestänge durch ständiges Zusammenlegen und Aufstellen fällt komplett weg.
  • Nachhaltig & kostensparend: Ein Großteil des Wassers bleibt im Becken und kann in der nächsten Saison wiederverwendet werden.
  • Platzsparend: Du musst keinen frostsicheren und trockenen Lagerplatz im Haus oder in der Garage freiräumen.

Nachteile

  • Garantieverlust: Bei fast allen Aufstellpools von Intex oder Bestway erlischt die Herstellergarantie, wenn sie draußen überwintern.
  • Zusatzkosten: Du benötigst spezielles Zubehör (wie Winterabdeckung, Verschlussstopfen oder Wintermittel), was diese Methode anfangs teurer macht als den reinen Abbau.

Schwimmbecken winterfest machen: Die Anleitungen für beide Vorgehensweisen

Kleine Pools baut man im Herbst am besten ab. Bei größeren Aufstellpools lohnt sich meist die Überwinterung im Freien. Welche Methode für dich die richtige ist, siehst du in den folgenden Anleitungen.

Variante a) Abbauen und Einlagern

Bei kleineren Pools lohnt sich eine Überwinterung im Freien kaum. Die Wassermenge ist überschaubar und der Ab- sowie Wiederaufbau ist in kurzer Zeit erledigt.

Schritt 1: Wasser ablassen

Schließe einen Gartenschlauch an das Bodenventil des Pools an, um das Wasser kontrolliert abzuleiten. Noch schneller geht es mit einer Tauchpumpe.
Wichtiger Hinweis: Leite das Poolwasser immer in das öffentliche Abwassernetz (Kanalisation) ein. Das Versickern im Garten oder das Einleiten in die Natur ist aus Umweltschutzgründen in vielen Regionen untersagt und kann teure Bußgelder nach sich ziehen.

Schritt 2: Abbau & Materialcheck

Beachte beim Zerlegen vor allem drei wesentliche Punkte:

  • Gestänge auf Rost prüfen: Kontrolliere den Metallrahmen auf Kratzer und bessere Lackschäden sofort aus. Bei Salzwasserpools führt freiliegendes Metall besonders schnell zu Rost.
  • Gründlich trocknen (Schimmelschutz): Reinige die Folie und lass sie vor dem Zusammenlegen vollständig trocknen. Schon minimale Restfeuchtigkeit kann zu Schimmel und Stockflecken führen.
  • Folie locker falten: Vermeide scharfe Knicke und hartes Zusammenpressen. Das Material wird bei Kälte spröde und knickt an engen Falten leicht ein, was im Frühjahr zu Lecks führt.

Schritt 3: Sachgemäße Einlagerung

Achte beim Lagerort auf folgende Bedingungen:

  • Trocken & frostfrei: Bewahre die Folie und das Zubehör an einem trockenen, vor Frost geschützten Ort auf (z.B. im Keller oder in der Garage).
  • Nagersicher verpacken: Lagere die Poolfolie am besten in einer fest verschließbaren Kunststoffbox. Mäuse und Ratten nutzen frei liegende Folien überraschend häufig als Knabber- oder Nistmaterial.

Variante b) Intex- & Bestway-Pools im Freien überwintern

Wer ein großes Becken im Garten hat, spart sich mit dieser Methode stundenlange Arbeit im Herbst und Frühjahr.

Bedenke jedoch das Risiko: Da Aufstellpools offiziell nicht für Minustemperaturen ausgelegt sind, erlöschen etwaige Garantie- und Gewährleistungsansprüche beim Hersteller.

Ausnahme: Bestway APX-Serie (Polar-Shield™)
Dank kältebeständigem Polar-Shield™-Material sind diese Modelle als Ganzjahrespools konzipiert und dürfen im Winter draußen bleiben – ohne Garantieverlust. Wasserpflege, Abdeckung und das Entleeren der Technik sind jedoch auch hier Pflicht.

Schritt 1: Gründliche Reinigung von Becken und Wasser

Eine sorgfältige Reinigung verhindert, dass sich Schmutz über die Wintermonate festfrisst oder das Wasser kippt.

a) Poolrand und Folie säubern

  • Entferne organische Ablagerungen (wie Algen- und Fettrückstände) mit einem alkalischen Reiniger.
  • Lass das Reinigungsmittel einige Minuten einwirken und wische den Schmutz anschließend ab.
  • Wichtiger Sicherheitshinweis: Mische niemals alkalische und saure Reiniger – dabei können lebensgefährliche giftige Gase entstehen!

b) Wasser filtrieren und Boden absaugen

  • Lass die Filteranlage mindestens 12 Stunden am Stück laufen, um maximale Sauberkeit zu erreichen.
  • Nutze bei Sand- oder Filterglas-Anlagen ein Flockungsmittel, um auch kleinste Schwebstoffe zu binden.
  • Sauge abgesunkene Partikel am Beckenboden restlos mit einem Poolsauger oder Poolroboter ab.

Schritt 2: Wasserwerte exakt einstellen

Da das Wasser monatelang nicht gefiltert wird, schützt nur die richtige Chemie vor Algen und Schmutz:

  • pH-Wert (7,0–7,2): Werte unter 7,0 greifen das Material an (korrosiv); Werte über 7,2 hemmen die Wirkungskraft des Chlors.
  • Freies Chlor (0,4–0,8 mg/l): Garantiert die Desinfektion über den Winter. Bandbreite weder unter- noch überschreiten.
  • Cyanursäure (< 40 ppm): Liegt der Wert bei 40 ppm oder höher, zwingend einen Teilwasserwechsel durchführen (Idealbereich: 8–40 ppm).
  • Winterpflegemittel: Zum Schluss zugeben, um Kalkausfällungen und Algenwachstum vorzubeugen.

Schritt 3: Wasserpegel absenken, Filtertechnik & Anschlüsse sichern

Frost in den Ventilen und Leitungen ist einer der häufigsten Gründe für Defekte im Frühjahr. Pass den Wasserstand an und sichere die Technik:

  • Große Anschlüsse (mit Absperrhähnen): Senke das Wasser bis unter die Anschlussöffnungen ab. Demontiere die Absperrhähne, trockne sie gründlich und lagere sie frostfrei ein.
  • Kleine Anschlüsse (32 mm): Verschließe die Öffnungen von innen mit den passenden schwarzen Verschlussstopfen.
  • Filteranlage & Schläuche entleeren: Koppel Pumpe, Sandfilterkessel und Schläuche komplett ab. Öffne die Ablassschraube am Kessel, um das Restwasser vollständig abzulassen, und lagere die Pumpe sowie den Ventilkopf an einem frostfreien Ort. Im Gehäuse verbleibendes Wasser dehnt sich bei Frost aus und bringt den Kunststoff zum Platzen.

Hinweis zum Absenken: Bei 32-mm-Anschlüssen ist ein Absenken nur nötig, wenn du zu hohe Cyanursäurewerte (≥ 40 ppm) durch Frischwasser ausgleichen musst.

Schritt 4: Becken mit der passenden Plane abdecken

Nutze für die Überwinterung eine geschlossene Winterabdeckplane ohne Löcher, um das Wasser maximal zu schützen.

  • Warum ohne Löcher? Herkömmliche Sommerplanen mit Ablauflöchern lassen sauren Regen und Schmutz ins Becken. Das bringt die exakt eingestellten Wasserwerte aus der Balance.
  • Empfehlung – Poolkissen unterlegen: Bei einer dichten Plane empfiehlt sich der Einsatz von aufblasbaren Poolkissen (Luftkissen). Sie wölben die Plane leicht nach oben, sodass Regen- und Schmelzwasser besser abfließt und sich keine schwere Wassermulde bildet, die das Gestänge belasten könnte.
    Doppelter Zweck der Poolkissen: Sie halten nicht nur die Plane oben, sondern absorbieren beim Gefrieren auch die Ausdehnung des Wassers (~9 %). Ohne Druckpolster kann das Eis die Beckenwand im Winter eindrücken oder sprengen.